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autohifi Oliver Stauch


Oliver Stauch | Profil | Kontakt

16. Juni 2011
Test: JVC-Moniceiver: Bildschirmradio der Extraklasse Bild vergrößern 937 566 http://img3.magnus.de/JVC-KW-AVX840-r937x565-C-beec9870-46979045.jpg
Test: JVC-Moniceiver

Bildschirmradio der Extraklasse

Der KW-AVX840 ist das neue Topmodell von JVC – und der bisher beste Moniceiver der Japaner. Das hat der ausführliche autohifi-Test ergeben.

Fast wie Zauberei: Nur wenn man sich mit der Hand der Frontblende des neuen JVC KW-AVX840 (600 Euro) nähert, erscheinen die vollständigen Bedienelemente auf dem Display. Auf Wunsch erlischt die Anzeige nach einigen Sekunden ohne Bedienvorgang sogar komplett – anscheinend nichts soll die reduzierte Linienführung der ganz in glänzendes Schwarz gehüllten Front des JVC-Topmodells stören.

Der für diesen Trick verantwortliche „Motion Sensor“ sitzt links und rechts neben der blauen Leuchtkette, die zugleich die ein­zige Taste auf der Frontseite ist. Der Vorgänger KW-AVX830 war da spendabler: Hier wurden die Lautstärke- und Quellenwahltasten beleuchtet, beim neuen großen Moniceiver sind auch diese Bedienelemente nur auf dem Touchscreen zu finden. Konsequent. Was der Linienführung zuträglich ist, sorgt jedoch für Verdruss beim Bedienen: Da man kein Druck-Feedback bekommt, kann man die Drücker nicht mehr ertasten, muss also jedes Mal auf das Gerät schauen.

Klare Linien
Dafür aber stört kein schnödes Tastenwerk die noble Vorderseite. Und da man so auch kaum erkennen kann, was da überhaupt für ein Gerät eingebaut ist, dient dies sogar dem Diebstahlschutz. Trotzdem ist das große 7-Zoll-Display abnehmbar. Nicht dass man diesen Prügel von einem Display tatsächlich jedes Mal abnehmen würde – das scheitert vor allem in Sommergarderobe schon an den dafür nötigen großen Taschen. Doch es ist gerade im Urlaub beruhigend, dass man die Möglichkeit dazu hat.

Am Displayinhalt lesen Kenner die ersten Indizien der Kooperation zwischen JVC und Kenwood ab: Die Oberfläche ähnelt der Kenwood-Oberfläche deutlich, trotz des typischen, etwas nüchternen JVC-Designs.
Auch die Anschlüsse und die Ausstattung des Geräts zeugen von der Abstammung – was kein Nachteil ist, sind doch die markentypischen Besonderheiten allesamt vorhanden. Dazu gehören der hinter dem Bildschirm eingelassene Steckplatz für das Bluetooth-Modul und die lange Kabelpeitsche für den USB-Anschluss.

Satte Ausstattung
Bei der Ausstattung bleiben ohnehin kaum Wünsche offen: Musik und Videos aller gängigen Formate spielt das JVC wie selbstverständlich ab, dazu Material von iPhone und iPod, via Bluetooth-Audio und auch wie erwähnt USB. Einen ­Line-In gibt es hier aber nur auf der Rückseite, zusammen mit dem Eingang für eine weitere Videoquelle. Die Sound-Abteilung erfreut mit einem parametrischen Dreiband-Equalizer, Aktivweichen und Vorverstärker-Ausgänge für vorne, hinten und den Subwoofer, einen Extra-Ausgang für die Tonversorgung der Heckpassagiere, dazu eine deutsche Menüsprache bis hin zur gedruckten Betriebanleitung – Herz, was willst du mehr?

Top: Klang und Empfang
Die Bedienung der Hauptfunktionen wie Lautstärke und Quellenwahl erfolgt wie gesagt konsequent per Touchscreen, was ein bisschen Gewöhnung erfordert. Da die Inhalte im Grunde denen von Kenwood gleichen, erwartet man hier dieselbe, einfache Bedienlogik – doch aufgrund der halbtransparenten Buttons und der etwas unscharfen Schriften fällt die Bedienung nicht ganz so leicht.

Immerhin liegt eine Fernbedienung im Lieferumfang. Und von der Möglichkeit, eigene Fotos als Bildschirmhintergrund zu laden, wird man ebenfalls gerne Gebrauch machen – der 7 Zoll große Monitor macht daraus ein Vergnügen. Ein wenig mühevoll gerät jedoch das Stöbern in großen Musiksammlungen via iPod oder iPhone – aber dies fällt auch auf anderen Geräten nicht gerade leicht. Dafür klappt sonst alles andere reibungslos: Bluetooth-Verbindung herstellen, USB-Sticks einlesen, alles wird schnell und zuverlässig abgewickelt, Stolpersteine gibt es hier dankenswerterweise keine.

Dank der neuen Plattform hat sich das JVC vor allem beim UKW-Empfang beträchtlich verbessert: Hingen frühere JVC-Tuner mitunter gerne etwas zu sehr an der einmal eingestellten UKW-Frequenz fest, so schaltet der neue KW-AVX840 fast schon Doppeltuner-like durch die RDS-Alternativen und macht auch vor weit entfernten Sendern nicht halt.

Auch bei der Wiedergabe der anderen Quellen gefiel der Klang des JVC-Gerätes rundum – analytisch, mit viel Sinn für feine Details und jeder Menge Kontrolle ließ es der Moniceiver auch mal krachen. Keine Frage: Seine Vorgänger stellt der KW-AVX840 mit Leichtigkeit in den Schatten.

Starker Auftritt
Der JVC KW-AVX 840 zeigt sich bei Klang und Empfang deutlich verbessert, lässt bei der Ausstattung kaum etwas vermissen – 600 Euro sind dafür ein angemessener Preis. Schwächen sind höchstens beim Screendesign auszumachen, beim Bedienen mag sich nicht so recht Spaß einzustellen, auch wenn mit etwas Eingewöhnung im Prinzip alles leicht von der Hand geht. Schwarz und schön!



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