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Die Nr. 2

Alpine CDA-117Ri

Das Alpine CDA-117Ri geht mit einem Profi-DSP an den Start – und kostet nur 300 Euro.

„Bass Engine Pro“ – dieses Alpine-Feature bedeutet, dass Klangtüftler auf ihre Kosten kommen: Alpine-Radios mit dieser Ausstattung besitzen einen DSP-Chip, der außer einem parametrischen Fünfband-Equalizer auch eine digitale Laufzeitkorrektur und flexibel einstellbare Aktivweichen mitbringt.

Seit Einführung des bahnbrechenden Imprint-Konzepts hatten Alpine-Radios dieses Paket immer seltener an Bord; die Audio-Ausstattung war eher dünn und ermöglichte nur wenige Eingriffe ins akustische Geschehen.

Wollte man mehr, musste man das Imprint-Modul PXA-H100 für 150 Euro dazukaufen. Mit dem kleinen Blackbox-Prozessor war das Radio dann wieder auf dem Level eines Radios mit Bass Engine Pro und konnte sich auch noch automatisch einmessen.


Da Imprint erstaunlich gut funktioniert, hieß es bei Alpine: Den Zusatz-DSP kauft sich nur derjenige, der ihn auch wirklich braucht. Dieses Konzept hat seine Berech­tigung, keine Frage. Im aktuellen Alpine-Programm gibt es nur noch ein Radio mit Bass Engine Pro: das Top-Modell CDA-9887R für 500 Euro. Es kommt zusätzlich mit iPod-Steuerung und fein auflösendem Biolite-Display.

„New Bass Engine“
Wer nicht gleich 500 Euro ausgeben möchte, darf sich jetzt über das CDA-117Ri für 300 Euro mit der „New Bass Engine“ freuen. Auch sie bietet alles, was das Herz begehrt: An Bord ist ein wahl­weise parametrischer oder grafischer Equalizer mit fünf respek­tive sieben Bändern und praxisgerechten Einsatzfrequenzen; dazu kommt dann noch eine sechskanalige Digital-Laufzeitkorrektur. Abgerundet wird das ganze Paket von drei Vorverstärker-Ausgängen, einer Subwoofer-Pegelregelung und den üblichen Fader- und Balance-Einstellmöglichkeiten.

Nicht dabei ist hier lediglich die ­Aktivweiche der Bass Engine Pro, deren variable Trennfrequenzen und Flankensteilheiten man ebenso vermissen kann wie die Möglichkeit, Bandpässe für den Vollaktivbetrieb zu generieren. Die Weiche des CDA-117Ri bietet bloß einen einfachen Hochpass bei 60, 80 oder 100 Hz.

Wer Endstufen besitzt, die die fehlenden Filtermöglichkeiten mitbringen, kann getrost die Analogweichen des Verstärkers benutzen. Und wer auf Dauer doch das volle Aktivweichen-Programm braucht, kann auch beim CDA-117 Ri den Imprint-Prozessor PXA-H 100 für 150 Euro nachrüsten.

Das CD-Laufwerk des neuen Radios liest außer gewöhnlichen Audio-CDs auch Selbstgebranntes von CD-R und CD-RW; MP3s, WMAs und AACs sind ebenfalls kein Problem. Das Alpine verwandelt den Digitalstream vor der Ausgabe via Cinch mit einem 24-Bit-Chip von Burr Brown in analoge Signale. Die in digitalen Musik-Files enthaltenen Tag-Daten werden schön übersichtlich auf dem zweifarbigen Biolite-Display dargestellt – man sieht also immer, welche Musik von welchem Künstler gerade läuft.

Zukunftsmusik
Apropos Tag: Wer sich das Alpine ansieht, entdeckt auf der rechten Seite eine silberfarbene Taste, auf der das Wörtchen „Tag“ steht. Hierbei handelt es sich um eine Funktion für iPod- und iPhone-User: Hört man ein Lied im Radio, das einem gefällt, drückt man auf „Tag“ – und schon speichert das Radio Interpret, Song- und Albumnamen. Ist der iPod angeschlossen, landet die Information dort. Bei der nächsten Synchronisation mit iTunes kann man den oder die Songs dann direkt im iTunes-Store kaufen. Praktisch? Praktisch.

Dumm nur, dass „iTunes Tagging“ hierzulande noch sehr eingeschränkt funktioniert, weshalb man bei Alpine zu dem Thema auch gar nicht viel sagt. Wer allerdings in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist, hat Glück – mit WDR-Sendungen klappt es bereits.

Neue Technologien
Auch der DSP und der Tuner des CDA-117Ri bieten den neuesten Stand der Technik: Der DSP-Chip kümmert sich nicht nur um die Klang­anpassung, sondern macht auch der USB- und iPod-Steuerung Beine. Die Prozessorleistung des Radio-Gehirns liegt um 300 Prozent (!) höher als bei der Vorgängergeneration, was vor allem das Suchen und Finden einzelner Titel erfreulich beschleunigt.

Beim Einlesen von USB-Speichermedien konnte ein Alpine-­Radio bis dato 10000 Lieder vorab analysieren (Banking), jetzt sind es 20000 Tracks. Der neue Digital­tuner hat ebenfalls mehr Power unter der Haube und ist auch für zukünftige RDS-Dienste offen. Klanglich will der Tuner mit einer verbesserten Störgeräuschunterdrückung und höherer Empfindlichkeit punkten.

Auf der Testfahrt zeigte der Tuner dann eine sehr gute Stabilität und ein zackiges Umschaltverhalten, bahnbrechend hörbare Unterschiede zum Vorgänger blieben aber aus. Im CD-Hörtest schlug sich das CDA-117Ri sehr gut und musste sich in seiner Preisklasse vor keinem Konkurrenten verstecken. Im Bass spielte das 117er sauber und konturiert, Mitten gab und scharf umrandet wieder. Der fein aufgelöste Hochton verlieh der Musik eine fast greifbare Plastizität und leuchtete den Raum bis in den letzten Winkel aus. Ein exzellentes Radio zu einem kaum glaublichen Preis!



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